12. Nov. 2025

Exkursion zur Agritechnica 25

Während in den großen Messehallen PS-starke Giganten glänzten, suchte unser Forschungsteam am Mittwoch in Halle 21 nach den leisen Revolutionen. Zwischen hochsensiblen Sensoren und blitzschnellen Algorithmen wurde deutlich: Die Zukunft des Ackers gehört nicht mehr der chemischen Keule, sondern der intelligenten, automatisierten Pflanzenerkennung.

Der Mittwoch auf der Agritechnica stand für uns ganz im Zeichen des Technology Scoutings mit einem klaren Ziel: Wir wollten sehen, wie weit die automatisierte Unkrautbekämpfung wirklich ist. In der Halle 21, dem neuen Digital Farm Center, wurde schnell klar, dass der Fokus der Branche sich verschiebt. Weg von der reinen Fortbewegung, hin zur hochpräzisen Arbeit am Boden.

Ein absolutes Highlight war unser Besuch am Stand des Laser Zentrums Hannover (LZH). Hier konnten wir eine Technologie begutachten, die wie Science-Fiction wirkt, aber kurz vor der Praxisreife steht: Ein laserbasiertes Modul, das Unkräuter durch gezielte thermische Impulse ausschaltet – komplett ohne Herbizide. Die technische Herausforderung liegt hierbei nicht im Laser selbst, sondern in der Geschwindigkeit und Präzision der Erkennung.

Genau hier setzte unser intensives Networking im Science Campus an. In tiefgehenden Gesprächen mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) ließen wir uns die Algorithmen erklären, die hinter dieser Präzision stecken. Das DFKI hat die KI-basierte Erkennung entwickelt, die in Millisekunden zwischen Nutzpflanze und Beikraut unterscheidet. Dieser Austausch mit den Forschern des DFKI und verschiedenen Hochschulen verdeutlichte uns, dass die automatisierte Unkrautbekämpfung das Herzstück des modernen Smart Farmings geworden ist.

Besonders spannend war für uns zu sehen, wie verschiedene Ansätze – von mechanischen Hackrobotern bis hin zu Spot-Spraying-Systemen – miteinander konkurrieren. Doch der Trend ist eindeutig: Die Systeme werden immer kleinteiliger und intelligenter. Es geht nicht mehr darum, ein ganzes Feld zu behandeln, sondern jede einzelne Pflanze individuell zu bewerten. Diese „Pflanze-für-Pflanze“-Strategie ist der Schlüssel zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft.

Unser Fazit nach diesem intensiven Tag: Die automatisierte Unkrautbekämpfung hat einen gewaltigen Entwicklungssprung gemacht. Die Kombination aus Lasertechnologie, hochauflösender Sensorik und KI-gestützter Analyse, wie wir sie beim LZH und DFKI gesehen haben, markiert einen Wendepunkt. Für unser Team war dieser Mittwoch ein voller Erfolg – wir kehren mit neuen Forschungskontakten und der Gewissheit zurück, dass die digitale Transformation des Pflanzenschutzes gerade erst richtig Fahrt aufnimmt.